Hier beantworte ich Fragen, die mir rund um ARFID immer wieder gestellt werden. Von Betroffenen, aber vor allem von Eltern, Angehörigen oder auch Menschen, die mit Kindern arbeiten. Ich versuche kurz, verständlich und ehrlich zu antworten.
Wichtig ist mir dabei: Ich bin weder Arzt noch Therapeut, sondern teile hier meine eigenen Erfahrungen und Perspektiven.
Fragen zu ARFID
-
Was ist ARFID?
ARFID ist eine Essstörung, bei der Betroffene nur sehr eingeschränkt essen oder bestimmte Lebensmittel komplett vermeiden. Wichtig ist: Es geht nicht um „nicht wollen", sondern in der Regel um „nicht können". Die Reaktionen auf Essen sind echt und lassen sich nicht einfach wegdiskutieren.
-
Kann man ARFID „heilen"?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Aber: Es geht nicht darum, Menschen „zu reparieren".
Viel wichtiger ist, den Druck rauszunehmen, Verständnis aufzubauen und Schritt für Schritt neue Wege zu finden. Veränderung ist möglich, aber selten durch Zwang oder schnelle Lösungen.
-
Wie gehe ich im Alltag damit um?
Der wichtigste Punkt ist: Druck reduzieren. Je mehr Druck rund ums Essen entsteht, desto schwieriger wird es meistens.
Hilfreich sind kleine, realistische Schritte, klare Strukturen und vor allem Verständnis für die Situation. Nicht perfekt, sondern machbar und emotional aushaltbar.
-
Wie kann ich jemanden mit ARFID unterstützen?
Am wichtigsten ist, das Verhalten nicht als Trotz oder „Problem" zu sehen. Versuche zu verstehen, dass hinter dem Essverhalten echte innere Hürden stehen.
Geduld, Verständnis und ein ruhiger Umgang helfen deutlich mehr als Druck oder Diskussionen. Auch wenn es nach außen oft nicht sichtbar ist – die Auseinandersetzung mit ungewohnten Lebensmitteln ist ein riesiger emotionaler Stress.
-
Wie kann ich mein Kind mit ARFID unterstützen?
Für Eltern ist das oft besonders herausfordernd. Wichtig ist, dass dein Kind sich nicht ständig erklären oder rechtfertigen muss. Druck beim Essen führt meist eher zu noch mehr Blockade.
Verständnis, Sicherheit und kleine Schritte sind langfristig viel hilfreicher als „einfach mal probieren müssen". Und das Allerwichtigste: Zeig deinem Kind, dass es wunderbar ist und geliebt wird. Auch mit ARFID.
-
Warum habe ich vorher noch nie von ARFID gehört?
ARFID ist eine noch relativ neue Diagnose und wird in Deutschland erst seit 2022 offiziell als eigene Essstörung geführt. Das erklärt, warum viele Betroffene lange nicht richtig verstanden wurden und warum das Thema für viele immer noch neu ist. Auch für viele Fachpersonen.
Fragen zum Kurs & meinen Angeboten
-
Was lerne ich im Kurs genau?
Die Zielperson für meinen ARFID-Videokurs sind Eltern von betroffenen Kindern. Ich gehe sehr konkret auf die Eltern-Kind-Beziehung ein. Ich denke, dass der Videokurs auch für Fachpersonen und Betroffene wertvoll sein kann, aber das kann ich noch nicht garantieren.
Der Kurs gibt dir echte Einblicke in das Leben mit ARFID und schafft dadurch Verständnis, das sich in deinem Alltag mit deinem Kind sofort bemerkbar machen kann. Eine Übersicht aller Module findest du in der Kursbeschreibung.
-
Wie viel Zeit muss ich einplanen?
Der Kurs umfasst eine Gesamtlänge von ca. 2:30 Stunden, verteilt auf 8 Module. Ab Kauf wird täglich ein neues Modul freigeschaltet. Zu jedem Modul gibt es außerdem ein Begleitheft und Reflexionsfragen.
-
Kann ich den Kurs in meinem eigenen Tempo machen?
Ja, komplett. Die Module werden nach und nach freigeschaltet. Du hast auf den Kurs und die Community ein Jahr Zugriff. Der Videokurs bleibt dir auch erhalten, wenn du länger in der Community bleibst. Es gibt zusätzlich monatliche Live-Abende mit mir, die immer auch als Aufzeichnung hochgeladen werden. Kein Stress, kein Zeitdruck.
-
Du bist kein Arzt und kein Therapeut – warum sollte ich dir vertrauen?
Anders als Ärzt*innen oder Therapeut*innen lebe ich seit 37 Jahren mit ARFID. Ich kann dir schildern, wie sich das wirklich anfühlt. Nicht in der Theorie, nicht erlernt, sondern aus jahrzehntelanger eigener Erfahrung.
Dazu kommt mein pädagogischer Hintergrund: Ich habe Grundschullehramt auf Bachelor und Master studiert und glaube, auch komplexe Sachverhalte verständlich erklären zu können. Meine Empathie und meinen Blick auf Kinder sehe ich dabei als echten Mehrwert.
-
Ersetzt der Kurs eine Therapie?
Nein, und das sage ich ganz bewusst. Mein Kurs schildert meine realen Erfahrungen mit ARFID. Das ist kein Therapieersatz. Aber er kann beruhigen und Verständnis schaffen. Gerade in der oft langen Zeit, bis überhaupt ein Therapieplatz gefunden wird.
Ich sehe meinen Kurs als ersten Schritt in Richtung Fachpersonen. Ich habe schon mehrfach die Rückmeldung bekommen, dass meine Arbeit zu einem deutlich besseren Austausch zwischen Eltern und Kind geführt und die Situation spürbar entschärft hat. Aber Therapie ist unglaublich wertvoll und sollte nicht durch meinen Kurs ersetzt werden.
-
Mein Kind hat noch keine ARFID-Diagnose. Ist der Kurs trotzdem etwas für mich?
Ja, auf jeden Fall. Wenn das Essverhalten deines Kindes ein immer wiederkehrendes Thema ist oder eure Situation belastet, kann der Kurs sehr hilfreich sein. Vielleicht ist er sogar der entscheidende Impuls, eine Diagnose anzugehen.
-
Ich habe schon so viel ausprobiert. Was macht das hier anders?
Das kommt stark darauf an, was du ausprobiert hast. Aber ich vermute: Du hast noch nichts ausprobiert, wo ein Betroffener seine ARFID-Erfahrungen aus 37 Jahren verständlich schildert. Wenn das stimmt, wäre es einen Versuch wert.
Wenn du dir unsicher bist, schreib mir einfach. Ich helfe dir gerne herausfinden, ob der Kurs für dich passt.
-
Gibt es eine Geld-zurück-Garantie?
Da ich im Kurs sehr tiefe und persönliche Einblicke in mein Leben gebe, möchte ich nicht riskieren, dass jemand die Inhalte abruft und sich danach das Geld zurückzahlen lässt. Das ist mir gegenüber nicht fair.
Solltest du aber mit irgendetwas so unzufrieden sein, dass du eine Rückzahlung für gerechtfertigt hältst, melde dich jederzeit bei mir. Ich schaue mir jeden Fall individuell an.
-
Mein Kind ist bereits in Therapie. Macht der Kurs trotzdem Sinn?
Ja! Dafür gibt es zwei gute Argumente. Erstens ergänzt der Kurs eine Therapie, weil er etwas bietet, was Therapeut*innen in der Regel nicht haben: reale Erfahrungen von innen.
Zweitens richtet sich der Kurs hauptsächlich an dich als Elternteil. Er hilft dir zu verstehen, wie sich ARFID anfühlt und was dein Kind durchmacht, auch wenn es das selbst noch nicht ausdrücken kann.
-
Für welche Altersgruppe der Kinder ist der Kurs gedacht?
Für alle! Der Kurs richtet sich an dich als Elternteil, egal, wie alt dein Kind ist. Es geht darum, dass du ein Gefühl dafür bekommst, was dein Kind durchmacht. Der Kurs ist für dich. Egal, wen du mit ARFID begleitest.
-
Ich bin selbst von ARFID betroffen – ist der Kurs auch für mich?
Ehrlich gesagt kann ich nicht genau einschätzen, wie viel inhaltlicher Mehrwert der Kurs für Betroffene bietet. Das hängt stark davon ab, wie alt du bist, wie deine Fortschritte mit ARFID sind und wie groß dein Leidensdruck ist.
Was ich aber sagen kann: Die Community soll für alle Betroffenen, Angehörigen und Fachpersonen einen geschützten Raum bieten, in dem man sich über ARFID austauschen, gegenseitig unterstützen und helfen kann. Ich denke, dass das für viele Betroffene sehr wertvoll sein kann.
Ich habe im Frühbucherpreis die Community bewusst stark reduziert, damit Betroffene sie im ersten Jahr ausprobieren können. Danach kannst du in das monatliche Modell wechseln.
-
Wie läuft die Community genau ab?
Die Community ist als Forum aufgebaut und soll ein geschützter Raum für einen regen Austausch werden. Ich habe bereits einige Themen eröffnet, zu denen ihr euch austauschen könnt. Ihr könnt aber auch selbst eigene Themen eröffnen. Es gibt einen Bereich für eure Fragen, die ich regelmäßig in Live-Abenden aufgreife. Ich selbst schaue nahezu täglich in die Community und bin dort aktiv.
-
Wie oft gibt es Live-Abende und wie lange dauern sie?
Es wird mindestens einen Live-Abend im Monat geben, es könnten aber auch mehr werden. Ich denke, dass die Live-Abende ca. eine Stunde dauern werden – aber ich habe auch gar kein Problem, wenn es mal zwei Stunden werden.
-
Kann ich Live-Abende auch nachträglich anschauen?
Ja. Alle Live-Abende werden in der Community hochgeladen, sodass du sie jederzeit nachträglich ansehen kannst.
-
Was passiert nach dem ersten Jahr mit meiner Mitgliedschaft?
Du kannst nach einem Jahr frei entscheiden, wie es weitergeht. Die Mitgliedschaft endet automatisch und muss bewusst verlängert werden. Du kannst dann entweder auf ein monatliches Modell umsteigen oder beim etwas günstigeren jährlichen Modell bleiben. Es wird nie eine Abo-Falle werden.
-
Was passiert nach dem Kauf – wie komme ich an meinen Zugang?
Du bekommst eine E-Mail mit deinen persönlichen Zugangsdaten. Damit kannst du dich direkt im Pippoversum anmelden und loslegen.
-
Was kostet das genau?
Alle Details zu Preisen und Angeboten findest du auf meiner Angebotsseite. Solltest du danach noch Fragen haben, schreib mir gerne eine E-Mail.
-
Kann ich meine Mitgliedschaft kündigen?
Die jährlichen Mitgliedschaften musst du nicht aktiv kündigen. Sie enden automatisch nach einem Jahr. Solltest du danach auf eine monatliche Mitgliedschaft umstellen wollen, kannst du jederzeit mit einem Klick aussteigen.
Über Pippo
-
Warum machst du das öffentlich – was treibt dich an?
Die Öffentlichkeit hat mir selbst geholfen, mich mehr zu überwinden und Lebensmittel auszuprobieren. Ich habe nach dem Start aber sehr schnell gemerkt, dass ich damit noch etwas Wichtigeres schaffe: Betroffene fühlen sich gesehen. Eltern und Fachpersonen entwickeln ein neues Verständnis, durch das sie in einen besseren Austausch mit Kindern kommen. Das möchte ich jetzt professionalisieren.